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BÜCHER
"Der Weg zu den Besten"
Die sieben Management-Prinzipien für dauerhaften Unternehmenserfolg
von
Jim Collins, dtv München, 8. Auflage Mai 2008
Zitat aus dem Vorwort (von Fredmund Malik): „Der Weg zu den Besten ist ein wichtiges und zeitgerechtes Buch. Hier wird auf beeindruckende Weise empirisch bestätigt, was mit der Praxis vertraute und gleichzeitig wissenschaftlicher Fundiertheit verpflichtete Beobachter der Managementszene seit langem vertreten. Jim Collins Buch ist ein Beitrag zu Qualität, Seriosität und Relevanz im Management, sowohl für das Denken über Management als auch für die Managementpraxis. Es ist Pflichtlektüre für jeden, der sich ernsthaft mit Management befasst; es ist ein weiterer Pfeiler im Bollwerk gegen die Verbreitung von Unsinn über eine der wichtigsten Funktionen der Gesellschaft. ….“
Zum Inhalt
Das Buch beschreibt die Ergebnisse einer fünfjährigen wissenschaftlichen Studie, die Jim Collins und sein Team durchgeführt haben. Das Ziel der Studie war es, allgemeingültige Faktoren für Wirtschaftsunternehmen (= Managementprinzipien) herauszuarbeiten, die ein Unternehmen zu einem Spitzenunternehmen werden lassen.
Dazu wurden 11 sogenannte Take-off-Unternehmen ermittelt. Diese Unternehmen schafften den Sprung von einen guten Ergebnis zu einem Spitzenergebnis und hielten das neue Niveau mindestens 15 Jahre. Diese Unternehmen wurden mit einer Kontrollgruppe aus Unternehmen verglichen, die den Sprung nicht oder nur vorübergehend schafften, ohne das erreichte Niveau halten zu können. Diese beiden Unternehmenstypen wurden verglichen, um die entscheidenden und unterscheidenden Faktoren herauszufiltern.
Der Auswahlprozess und die Auswahlkriterien werden im Buch ausführlich beschrieben. Als ein Beispiel für ein verglichenes Unternehmenspaar seien hier Phillip Morris und RJ Reynolds genannt.
Aus den Untersuchungen der Gemeinsamkeiten und Unterschiedlichkeiten wurden dann sieben Managementprinzipien als quasi universelle Erfolgsfaktoren abgeleitet:
- Level-5-Führungsqualitäten
- Erst wer … dann was
Hierzu ein Beispiel: Bill Hewlett und David Packard gründeten 1937 eine Firma (HP) in der Gewissheit: Wir zwei ziehen zusammen was auf! Eine Notiz aus dem Gründungsmeeting heißt: „Die Frage, was herzustellen sei, wurde vertagt...“. Erst nach monatlangen Herumprobieren fanden die beiden ein erstes Produkt…
- Der Realität ins Auge blicken ohne den Mut zu verlieren
- Das Igel-Prinzip
- Kultur der Disziplin
- Technologie als Beschleunigungsfaktor
- Schwungrad und Teufelskreis
Diese Managementprinzipien werden im Buch sehr anschaulich erklärt und mit konkreten Beispielen unterlegt. Im letzten Kapitel des Buches schlägt Collins eine Brücke zwischen diesem Werk und einer früheren Studie („Built to Last“) von ihm. In dieser Vorläuferstudie geht es um die Frage, wie Unternehmen denn Spitzenunternehmen bleiben, wenn sie es erstmal geworden sind.
Was mir aufgefallen ist
- Wir sind von zwei Seiten auf Jim Collins aufmerksam geworden. Einerseits durch die Mitarbeit in einer Arbeitsgruppe im Fachverband Change Management innerhalb des BDU (Bundesverband deutscher Unternehmensberater e.V.). Diese Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit den Ergebnissen der ersten Studie von Collins und der Einschätzung, ob die vormals als herausragend deklarierten Unternehmen auch in der Wirtschaftkrise ihre Spitzenstellung halten.
- Andererseits ist uns durch unsere Beratungstätigkeit ein großes deutsches Unternehmen bekanntgeworden, in dem sich das Topmanagement zurzeit mit den hier diskutierten Thesen auseinandersetzt. Die Anwendung bestimmter Prinzipien wie z.B. „Erst wer … dann was“ sind in diesem Unternehmen deutlich beobachtbar.
- Ausdrücklich betont Collins, dass Manager der Spitzenunternehmen in der Regel keine berühmten, profilierten Menschen mit starker Persönlichkeit waren, die ständig in den Schlagzeilen zu finden sind. Sie werden als still, leistungswillig bis zur Selbstaufgabe, zurückhaltend, ja fast schüchtern beschrieben – eine paradoxe Mischung aus Bescheidenheit, was ihre Person angeht und professionelle Willenskraft in allen Belangen des Geschäftslebens.
- Die sieben Managementprinzipien erscheinen sehr nachvollziehbar und einleuchtend. Der Teufel steckt wie so oft in der Umsetzung – die erfordert an vielen Stellen viel Energie, die schon erwähnte Willenkraft und Zeit um die Prinzipien nachhaltig anzuwenden. Und es braucht dann weitere Zeit, um die Ernte dafür einzufahren.
- Collins deklariert seine Prinzipien als universell und zeitlos. Bei allen wertvollen Erkenntnissen, die wir aus dieser Arbeit ziehen können: Die Komplexität und die Dynamik der Kontexte in denen sich Organisationen heute bewegen (oder eben auch nicht) lassen die Allgemeingültigkeit der hier vertretenen Thesen als zweifelhaft erscheinen.
Fazit
Dieses Buch ist gut zu lesen und Interessant geschrieben. Es enthält viele wertvolle Anregungen für das Managementdenken und –handeln.
Dieses Buch hilft den Horizont zu erweitern, wenn es darum geht, ein Unternehmen erfolgreicher zu gestalten und zu einem Spitzenunternehmen zu entwickeln. Das Universalrezept zum sicheren Erfolg gibt es entgegen aller Beteuerungen auch hier nicht – aber das erwartet heute ja auch niemand mehr?
Gelesen und besprochen von: Hans-Werner Bormann
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