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WSFB-FOREN
5. WSFB-Forum
"Narzissmus in Management und Beratung"
Oktober 2005
Kontext
Auf niemanden angewiesen zu sein, alles alleine zu machen und sich selber der
Nächste zu sein - Ansprüche dieser Art werden von Führungskräften gerne mit
Autonomie verwechselt. Selbständigkeit, Unabhängigkeit und eigenverantwortliches
Handeln werden als ideologische Chiffren benutzt, um die Selbstbezüglichkeit und
Selbstverliebtheit von Managern in ihre einsamen Entscheidungen gewissermaßen
zu "krönen" und den unbewussten narzisstischen Charakter ihrer
Beziehungsgestaltung zu tarnen - vor allem dann, wenn in Führungsetagen - wie man
sagt - nach oben hin "die Luft zum Atmen immer dünner wird". Dann liegt es nahe,
sich nur noch mit Ja-Sagern zu umgeben, Kritik nicht mehr wirklich an sich heran
zu lassen und weder nach konstruktivem Feedback zu fragen, noch Rückmeldungen
dieser Art überhaupt anzunehmen.
Auf Grund der unrealistischen, superlativistischen Selbstansprüche und dem
inhärenten Allmachtswahn sind jedoch tiefe innere Krisen, psychische Abstürze
und der gefürchtete Burn-Out vorprogrammiert - ganz zu schweigen von dem
steigenden unternehmerischen Risiko als Folge gravierender Fehlentscheidungen,
die in einer wachsenden Entfremdung vom real Machbaren und im Alleingang
getroffen werden.
Es ist im Interesse von Unternehmen und Managern, sich vor diesen Gefahren und
Risiken zu schützen. Deshalb stellt sich schon bei der Auswahl von
Führungskräften, im Rahmen von Führungskräftetrainings und in Coaching- bzw.
Beratungssituationen die Frage, wie bereits diskrete narzisstische Störungen
erkannt werden können und mit welchen Instrumenten die soziale und emotionale
Kompetenz der Manager gefördert werden kann.
Hier sind Konzepte gefragt, die Führungskräfte dabei unterstützen, Auswege aus
ihrer pseudo-autonomen Beziehungslosigkeit zu finden. Konzepte, die geeignete
Werkzeuge an die Hand geben, um sich im Sinne eines effektiven
Beziehungsmanagements bei der Führung nach unten, zur Seite und nach oben auf
das jeweilige Gegenüber konkret zu beziehen und sich im Gegenzug von diesem auch
wirklich erreichen zu lassen. Beziehungsorientierte Beratung ist eine
Möglichkeit, die Beziehung zwischen Berater bzw. Coach auf der einen Seite und
dem Manager auf der anderen Seite so zu gestalten, dass ein Raum entsteht, in
dem die narzisstische Selbstbezüglichkeit modellhaft und exemplarisch überwunden
werden kann.
Ziele
Die TeilnehmerInnen des Forums erhalten eine theoretische Einführung in die
Dynamik narzisstischer Beziehungsstörungen - vor allem mit Blick darauf, wie sie
in Unternehmen anzutreffen sind. Lösungsansätze zur Überwindung narzisstischer
Krisen werden vorgestellt und erörtert.
Folgende Leitfragen stehen dabei im Vordergrund:
- Was sind die charakteristischen Kennzeichen narzisstischer Beziehungsstörungen innerhalb von Unternehmen?
- Welchen Einfluss haben narzisstische Störungen auf die Unternehmenskultur und das Führungsverhalten der Manager?
- Wie können sich Manager davor schützen, zum Opfer des eigenen Narzissmus zu werden?
- Wie können sich Unternehmen davor schützen, an den narzisstisch motivierten Fehlentscheidungen ihrer Führungskräfte Schaden zu nehmen?
- Welche Chancen bieten beziehungsorientierte Methoden Beratern und Trainern bei der Überwindung narzisstischer Krisen in Unternehmen wirksam und nützlich zu intervenieren?
Biographische Notiz Thomas Weil
Thomas Weil lebt in Kassel und leitet das Institut für Transaktionsanalyse und
Integrative Tiefenpsychologie. Als Supervisor, Coach und Managementtrainer berät
und trainiert er im In- und Ausland Führungskräfte vorwiegend aus der Automobil-
und Finanzdienstleistungsbranche.
Sie haben Interesse am Thema "Narzissmus in Management und/oder Beratung" und
sind an weiteren Informationen interessiert? Dann nehmen Sie Kontakt zu uns auf:
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